Konzept

Die Ursache für Ausbildungsabbrüche liegt nur selten an fehlenden Fachkenntnissen der Auszubildenden, sondern oft daran, dass die vorhandenen fachlichen Kompetenzen nicht angemessen versprachlicht werden können. Dies gilt im Besonderen für Auszubildende, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

 

Gemessen am schulischen Sprachunterricht, dauert das Erlernen einer Fremdsprache bei durchschnittlich vier Unterrichtsstunden pro Woche, üblicherweise sechs bis acht Jahre bis zur Erreichung des B1 Niveaus im Sinne des europäischen Referenzrahmens. Auszubildende, die nie Teil des deutschen Schulsystems waren, nehmen in der Regel lediglich zwischen sechs Monaten und anderthalb Jahren an Sprachkursen im Umfang von insgesamt 600 bis 1200 Unterrichtsstunden teil.

 

Das Erreichen des B1 Niveaus ist deshalb quasi unmöglich. Dies jedoch ist das notwendige Mindestniveau, über das Auszubildende verfügen müssen, um die theoretischen Ausbildungsanforderungen bewältigen zu können.

 

Die Rahmenbedingungen der dualen bzw. außerbetrieblichen Ausbildung gelten für alle Auszubildenden gleichermaßen. Sie sehen keine flexiblen zeitlichen oder inhaltlichen Gestaltungsmöglichkeiten vor, so dass Auszubildende mit und ohne sprachlichen Förderbedarf gleichgestellt werden.

 

Ein in die Ausbildung integriertes differenziertes Sprachförderangebot während der gesamten Ausbildungszeit ist die logische Konsequenz, um Abbrüchen entgegenzuwirken und die Bestehensquote der Auszubildenden zu verbessern, da berufliches Handeln zugleich sprachliches Handeln bedeutet.